Florian “Bosi“ Bosecker
| Geboren: | 10.12.1989 |
| Wohnort: | Niederndorf |
| Beruf: | Industriemechaniker |
Wie bist du zum angeln gekommen, bzw. hast dich auf das Karpfenangeln konzentriert?
Soweit ich zurückdenken kann nahm mich mein Vater schon mit ans Fließgewässer zum Fischen. Bereits seit dieser Zeit fesselte mich das Angelfieber. Ich weiß es noch ganz genau. Ich kam vom Kindergarten oder der Grundschule nach Hause und sofort wurden die Ruten meines Vaters kontrolliert. Wehe es fehlte eine und mein Vater war allein zum Fischen gegangen, so war ich Tage lang sauer auf Ihn. Naja lang, lang ist‘s her. Seit dieser Zeit berührten mich Bewohner des Wassers, die Umgebung rund um’s Wasser. In meinem Kopf drehte sich alles rund um das Thema FISCH. Endlich das 10. Lebensjahr erreicht!!!!J Jugendfischereischein abgeholt und los konnte es gehen. Neben einigen schönen Salmoniden, Barschen und Rotfedern konnte ich auch den einen oder anderen Karpfen mit Wurm und “Korks“ überlisten. Dabei faszinierte mich die Kraft beim Drill gegenüber einer Forelle und natürlich die makellose Schönheit der Fische. Mit 14 Jahren den Fischereischein bestanden…auf los geht’s los!!!!! Ich befischte nun mehrere kleine Teiche und Seen in der Umgebung sowohl auf Karpfen als auch auf Raubfisch, da mein Vater (einer von der alten Schule) stets der Überzeugung war “Man geht fort und fängt eh nix“! Nun ja, heute kann ich ihn eines Besseren belehren, aber dazu später. Als ich von den spektakulären Fängen meiner beiden Freunde Daniel und Max erfuhr, die sich zu jener Zeit bereits auf Karpfen spezialisierten, wurde mir klar, dass musst du auch ausprobieren!!!! Im Jahr 2008 war es dann soweit: Ausrüstung, Boilies, Pellets und Partikel eingepackt und auf los ging‘s los. Erster VOLL-RUN!!!!!! Ich landete meinen ersten Kanalschuppi…was für ein Drill!!!Weitere schöne Fische konnten in der damaligen Woche von Patrick, meinen Bruder Tobias und mir überlistet werden…Was soll ich noch großartig sagen außer der Karpfen-Virus hat mich völlig infiziert und wird mich nie mehr loslassen….
Was macht das Fischen auf Karpfen für dich aus?
Einfach alles! Zum einen der Einklang mit der Natur, die ruhigen Nächte am Wasser, Sessions zusammen mit Freunden zu gestalten und gemütlich
beim Sonnenuntergang zusammen das eine oder andere Seidla Bier zu trinken. Einfach den Stress des Alltags entfliehen und mal abzuschalten.
Soll doch mit der Außenwelt passieren was will. Zum anderen natürlich die spektakulären Drills, das Hineinversetzten in den Fisch, die Auswahl
des richtigen Spots und der richtigen Futterstrategie ebenso wie der schönste Wecker auf der Welt…ein pfeifender Bissanzeiger beim Vollrun.
Ich denke ein jeder besessene Karpfenangler weiß ganz genau was ich meine…. Es ist einfach das geilste und schönste Hobby für mich auf der Welt…..
Dein schönstes Erlebnis am Wasser?
Da gibt es wirklich sehr viele…vielleicht zu einer letztjährigen Session. Am Spot angelangt, Hütt’n aufgebaut Ruten abgelegt und los ging‘s mit Füttern. Die Fallen waren gestellt. Unsre Futtertaktik war klar…am Kanal- gib ihm! Nach nur 2 Stunden Patrick mit dem größten Spiegler der damaligen Session, wie sich später herausstellen sollte. Unsre Taktik ging auf. Doch am nächsten Tag absolute Sendepause. Was machten wir nun falsch? Einen Tag drauf …Patrick wieder einen schönen Spiegler….ein Tag Sendepause.“Mmmmh, was mache ich nur verkehrt? Wir fischen auf einer Linie und bei mir geht gar nichts! Irgendetwas mache ich falsch!“, dachte ich nur. Doch dann sollte mein Glückstag kommen. Nachts um halb 4 holte mich ein toller Spiegler aus dem Tiefschlaf. “Na also es klappt, es klappt doch!“ Nun konnte ich beruhigten Gewissens weiterschlafen, doch nicht lange. Halb 8 Vollrun…wieder zierte ein schöner Spiegler die Matte. Gerade am zurücksetzen beginnt Rute Nr.2 zu pfeifen. ..wieder ein toller Drill und der erste Schuppi dieser Session war gelandet….Zur Krönung noch nachts um halb 12 mein größter Spiegler dieser Session . Patrick fing am darauffolgenden Tag ebenfalls noch einen schönen Schuppi. Nun ja was soll ich sagen das ist einfach Fischen. Patrick fing seine Fische die Woche über verteilt…ich hatte eben “nur“ einen Glückstag aber der hatte es in sich….
Dein Schlimmstes Erlebnis am Wasser?
Leider gibt es die auch! Da fallen mir gleich 2 ein…. Vor 2 Jahren befischte ich einen ca. 5 bis 6 Hektar großen See im Osten.
Meine Eltern benötigten mein Auto also sagte ich:“OK fahrt mich rüber und nehmt das Auto mit. Holt mich in einer Woche wieder ab!“
Gesagt, getan. Am Wasser angekommen, ausgeladen und begonnen die Sachen auszuladen. Ich schleppte mein Tackle ca. 250-300m zum Spot.
Als ich dort angelangt war sah ich am gegenüberliegenden Ufer einen Moped-Fahrer mit Hänger und Ruten darauf…wahrscheinlich ein Ortsansässiger
der ebenfalls zum Fischen wollte. Er grüßte mich mit gehobener Hand und fuhr wider Richtung Damm wo auch mein restliches Tackle und mein Kasten
Bier noch standen…Ich habe ja des Öfteren gehört, dass es mit den Einheimischen Probleme gab, weil sie den nun privat verpachteten See nicht mehr
befischen durften ohne ein Karte zu lösen... deshalb fischten sie meist schwarz. Nun ja, das Ende vom Lied war, dass er meinen Kaste Bier geklaut
hat…aber wenigstens nichts von meinen Tackle…aber es war einfach nur reine Schikane. Ich hatte ihm nichts getan und kannte ihn nicht einmal.
Das war es was mich so ärgerte…Aber solche AXXXXXXXXX gibt es leider fast überall.
Ebenfalls schlimm finde ich dass Klopfen von großen Fischen im allgemeinen. Doch die Krönung ist wenn solche Fische geschlachtet werden
und dass nur um den Kopf als Trophäe zu präparieren oder um an seine Tiere zu Hause zu verfüttern. So auch letztes Jahr an einem Baggersee.
Ein Waller von gut über 1,90m wurde von so einen Mitte 20-jährigen Trophäensammler gefangen und angebunden. Als wir uns den Fisch genauer
anschauten, stellten wir fest…das ist der Fisch den ein Kollege von uns gefangen hat und zurücksetzte. Er wurde auch an einen ähnlichen Spot
gefangen. Als wir ihn fragten, was er denn mit den Fisch machen will sagte er prompt:“Den Kopf präparieren. Schmecken tut er eh nicht mehr.
Der Rest wird an die Hühner verfüttert!“ Nach ewigen hin und her verließen wir den Platz, da er “eigentlich“ im Recht war. Schließlich sollte
jeder Waller au dem Gewässer entwendet werden. Doch ist das der Sinn und ist das gerechtfertigt, einen solchen wunderschönen Fisch nur wegen
einem rumhängenden Kopf zu Hause im Wohnzimmer zu töten??????Mir tat das Herz weh…
Was willst du in den nächsten Jahren erreichen?
Ganz klar! Ich möchte mehrere Sessions im Jahr an unterschiedlichen Gewässern starten und mehr Freizeit dem Angeln widmen. …mehr über den Karpfen lernen, seine Fressgewohnheiten studieren, der Sache auf dem Grund gehen, war man bei der einen Session als Schneider nach Hause geht und bei der anderen einen Lauf nach dem anderen hat. Warum fangen manche Köder an einem Gewässer besser als andere? Eines ist sicher, dass gewisse Quäntchen Glück gehört immer dazu…aber Glück bekommt man nicht geschenkt. Man muss/kann es sich erarbeiten….